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Reifen ABC


Die richtige Reifendimension ?



Die für Ihr Fahrzeug zulässige Reifendimension finden Sie im Fahrzeugschein in den Feldern 15.1 und 15.2.

Dort ist aber meistens nur die kleinste mögliche Reifendimension aufgeführt.

Auf Ihrem Fahrzeug sind evtl. andere (größere) Reifen montiert.

Falls Sie sich nicht sicher sind, welche Reifendimension benötigt wird, prüfen Sie bitte die Reifendimension der auszutauschenden Reifen. – Einfach auf der Seitenwand der auszutauschenden Reifen die Dimension ablesen.

Was bedeutet z.B. die Reifendimension: 245/45 R17 99V?



 = Reifenbreite in mm (245 mm)
 = Querschnitt (dieser Reifen ist 45% seiner Breite, also 110,25 mm hoch)
 = Kennzeichnung der Reifenbauart (R steht für Radialreifen)
 = Reifeninnendurchmesser (Angabe in Zoll)
 = Traglast des Reifens (Index 99 = 775 kg Traglast pro Reifen)
 = Geschwindigkeitsindex des Reifens ( V = max. 240 km/h)
 = Traglastverstärkter Reifen (der Reifen ist für höhere Traglasten geeignet)


zusätzliche Reifenbezeichnungen?

XL (Extra Load), EL, RF: steht für Reifen mit erhöhter Traglast
TL (Tubeless): steht für schlauchlose Reifen
DOT: gibt u. A. Auskunft über das Herstellungsdatum des Reifens
MFS, FSL, FP, FSL, FR, ML, RPB: Felgenschutz (schützt das Felgenhorn vor „Remplern“)
MO: Mercedes Optimiert (kann aber auf jedes Fahrzeug montiert werden)
AO: Audi Optimiert (kann aber auf jedes Fahrzeug montiert werden)
RO1: Audi Quattro Optimiert (kann aber auf jedes Fahrzeug montiert werden)
F: Ford Optimiert (kann aber auf jedes Fahrzeug montiert werden)
J: Jaguar Optimiert (kann aber auf jedes Fahrzeug montiert werden)
*: BMW Optimiert (kann aber auf jedes Fahrzeug montiert werden)
VW: Volkswagen Optimiert (kann aber auf jedes Fahrzeug montiert werden)
N0, N1, N2, N3, N4, etc.: Porsche Optimiert (kann aber auf jedes Fahrzeug montiert werden)
OWL, OWLS, RWL, RWLS: SUV bzw. 4x4 Reifen mit einer weißen Seitenwandbeschriftung
BSW/BSS/RBL: SUV bzw. 4x4 Reifen mit einer schwarzen Seitenwandbeschriftung
C 106/104: Traglast von Transporterreifen (Einzel-oder Zwillingsbereifung)
RFT: Run Flat Tire (Bridgestone)
ROF: Run on Flat (Goodyear)
EMT: Emergency Mobil Tire (Goodyear)
SSR: Self Supporting Runflat (Continental)
SST / ZP: Reifen mit Notlaufeigenschaften (Michelin)
DSST: Dunlop Self Supporting Technology (Dunlop)
RF / ZP: Runflat (Pirelli)
HSR: Reifen mit Notlaufeigenschaften (Hankook)
RSI: Reifen mit Notlaufeigenschaften (Nokian)


Geschwindigkeitsindex?

Je nach Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeuges, müssen Reifen mit einem zulässigen Geschwindigkeitsindex aufgezogen werden:
P = max. 150 km/h
Q = max. 160 km/h
R = max. 170 km/h
S = max. 180 km/h
T = max. 190 km/h
U = max. 200 km/h
H = max. 210 km/h
V = max. 240 km/h
W = max. 270 km/h
Y = max. 300 km/h
ZR = Reifen die für über 240 km/h Höchstgeschwindigkeit zugelassen sind


Für Sommerreifen gilt folgende „Faustregel“:
zu der im Fahrzeugschein angegebenen Höchstgeschwindigkeit müssen 9 km/h addiert werden.
Dies ergibt den Höchstgeschwindigkeits-Index, den der Reifen mindestens haben muss.
Beispiel: Ihr Fahrzeug ist mit 193 km/h eingetragen + 9 km/h = 202 km/h --- es muss also ein Reifen mit mindestens Geschwindigkeitsindex „H“ (max. 210 km/h) oder höher montiert werden.

Für Winter-/Ganzjahresreifen die über eine M&S-Kennung verfügen gilt:
Es dürfen grundsätzlich auch Reifen montiert werden, die nicht für die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeuges zugelassen sind.
Es muss dann aber mittels einem gut sichtbarem Hinweis (Aufkleber im Armaturenbrett) darauf Aufmerksam gemacht werden, für welche maximale Höchstgeschwindigkeit die montierten Reifen zugelassen sind.
Beispiel: Ihr Fahrzeug ist mit 209 km/h eingetragen, dann dürfen Sie auch einen Reifen mit dem Geschwindigkeitsindex „T“ (max. 190 km/h), oder weniger montieren. Sie müssen dann aber einen Hinweis im Armaturenbrett haben, der darauf hinweist, dass Ihre Reifen nur für max. 190 km/h, oder weniger zugelassen sind.



DOT-Nummer:

Die DOT-Nummer ist eine auf dem Reifen an mindestens einer Reifenflanke eingepressten Ziffernfolge, die u. a. das Herstellungsdatum des Reifens angibt.
Die Abkürzung DOT steht für Department of Transportation (Verkehrsministerium der Vereinigten Staaten), das diese Kennzeichnung Ende der 1970er Jahre für Produktionen ab 1980 eingeführt hat.
Inzwischen wird diese weltweit von den Reifenproduzenten verwendet.
Der letzte Block (ganz rechts) gibt das Herstellungsdatum des Reifens an.
Die meisten Reifenhersteller sind dazu übergegangen, nur noch auf einer Seite des Reifens das Herstellungsdatum zu nennen (es steht zwar auf beiden Seiten die DOT, aber nur auf einer Seite das Herstellungsdatum, - wie hier in unserem Beispielbild angegeben).



Im Beispiel „1713“ steht „17“ für die Kalenderwoche und „13“ für das Jahr. Der Reifen wurde also in Kalenderwoche 17 des Jahres 2013 hergestellt.
Mit zunehmendem Alter härten Reifen aus, die Weichmacher verflüchtigen sich, sie werden porös und rissig.
Spätestens dann ist davon auszugehen, dass der Reifen nicht mehr über seine optimalen Eigenschaften verfügt.
Reifen, die älter als 10 Jahre sind, sollten nur noch verwendet werden, wenn sie zuvor im normalen Gebrauch waren und keine Auffälligkeiten aufweisen.
Dennoch ist es aus Gründen der Sicherheit ab einem Alter von höchstens 10 Jahren ratsam Reifen auszutauschen.

E-Prüfziffer?

Hierbei handelt es sich um eine internationale Richtlinie, die durch die "E-Kennzeichnung" oder auch "E-Nummer" auf dem Reifen belegt wird. Dieses Zeichen besagt, dass der Reifen die Prüfkriterien nach ECE 30 bestanden hat. Diese Kennzeichnung wurde ab Herstellungsdatum 01.10.1998 durch den § 36 StVZO (Punkt 4) zur allgemeinen Pflicht erhoben. Ab diesem Datum produzierte Reifen dürfen nicht mehr ohne "E-Nummer" gehandelt und im öffentlichen Straßenverkehr gefahren werden.

Winterreifenpflicht?

Alle ab dem 01. Januar 2018 produzierten Winterreifen müssen mit dem „3 Peak Mountain Snow Flake“ (3PMSF) Piktogramm, also dem Schneeflockensymbol, gekennzeichnet sein, damit diese auch als Winterreifen gelten.

Für bis zum 31. Dezember 2017 produzierte und nur mit M+S gekennzeichneten Winterreifen (ohne Schneeflockensymbol) gilt eine Übergangsfrist bis zum 30. September 2024. Diese dürfen bis zu diesem Zeitpunkt bedenkenlos gefahren werden.

Viele Winterreifen wurden aber bereits vor 2018 mit dem „3 Peak Mountain Snow Flake“ (3PMSF) Piktogramm hergestellt und gekennzeichnet.

Bereits heute droht Fahrern ein Bußgeld, wenn sie bei Schnee und Eis ohne Winterreifen unterwegs sind (1 Punkt im Fahreignungsregister, 60 Euro). Künftig soll die Bußgeldkatalog-Verordnung dahingehend geändert werden, dass auch Halter haftbar gemacht werden können, wenn sie es zulassen, dass jemand mit ihrem Fahrzeug bei winterlichen Verkehrsverhältnissen ohne vorgeschriebene Bereifung fährt. Das entsprechende Bußgeld soll 75 Euro betragen.

Kraftfahrzeuge der Klassen M2 und M3 (Fahrzeuge zur Personenbeförderung mit mehr als acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz) und der Klassen N2 und N3 (Fahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 Tonnen) müssen zukünftig nicht nur auf den permanent angetriebenen Achsen, sondern auch auf den vorderen Lenkachsen mit Winterreifen ausgerüstet werden. Diese Verpflichtung tritt spätestens ab dem 01. Juli 2020 in Kraft. Die Regelung ist jedoch gegebenenfalls ab einem früheren Zeitpunkt anwendbar.

Ganzjahresreifen?

Ganzjahres- oder Allwetterreifen die bis Ende 2017 produziert wurden, mussten nur über eine M+S-Kennung verfügen und vereinten dadurch die Eigenschaften eines Sommer- als auch eines Winterreifens.

Aber nur wenn alle ab Anfang 2018 produzierten Ganzjahresreifen über das „3 Peak Mountain Snow Flake“ (3PMSF) Piktogramm, also das Schneeflockensymbol verfügen, dürfen diese auch im Winter gefahren werden. (nur dann gelten sie auch als „Winterreifen“)

Sie dürfen dann bei allen Wettersituationen gefahren werden, also auch auf Schnee und Eis.

Für bis zum 31. Dezember 2017 produzierte und nur mit M+S gekennzeichneten Ganzjahresreifen (ohne Schneeflockensymbol) gilt eine Übergangsfrist bis zum 30. September 2024. Diese dürfen bis zu diesem Zeitpunkt bedenkenlos gefahren werden.

Viele Ganzjahresreifen wurden aber bereits vor 2018 mit dem „3 Peak Mountain Snow Flake“ (3PMSF) Piktogramm hergestellt und gekennzeichnet.

Ganzjahresreifen stellen allerdings nur einen Kompromiss zu den reinen Winterreifen dar.

Vor allem auf Eis und Schnee sind sie den „reinen“ Winterreifen, in Sachen Bremsweg, Traktion und Handling oft unterlegen.
Auch im Vergleich zu Sommerreifen schneiden sie in der warmen Jahreszeit schlechter ab.

Ganzjahresreifen sind eher empfehlenswert für Fahrzeughalter in Stadtgebieten, die nicht in Bergregionen unterwegs sind.
Ihren Hauptvorteil können sie bezüglich des Kostenfaktors ausspielen.

Fahrer von Ganzjahresreifen sparen sich das mühselige und oft kostenpflichtige Umrüsten der Reifen und einen kompletten Satz Reifen.

RunFlat-Reifen?

Seit ca. dem Jahr 2000 gibt es Reifen mit Notlaufeigenschaften.
Diese ermöglichen im Falle eines Druckverlustes das Weiterfahren mit verminderter Geschwindigkeit (ca. 80 bis 300 Kilometer weit, bei max. 80 km/h).
Diese Reifen werden als RunFlat-Reifen oder RunOnFlat-Reifen bezeichnet.
Je nach Hersteller werden sie mit Kürzeln wie: ROF, RFT, EMT, RSC, SSR, ZP, DSST, BSR, HSR, RSI oder PAX bezeichnet.
Die Notlaufeigenschaften werden durch verstärkte Seitenwände oder einen Stützring auf der Felge erzielt, die einen kompletten Druckverlust des Reifens verhindern und die ausreichende Übertragung von Lenk-, Brems- und Antriebskräften gewährleisten.
Unterstützt wird dieser Effekt durch Felgen mit einer speziellen Form des Felgenhorns, den EH2-Felgen (Extended Hump), die ein Abspringen des beschädigten Reifens von der Felge verhindern.
Da der Fahrer einen Druckverlust kaum spürt und die Drucklosigkeit nicht bemerkt, ist grundsätzlich ein Reifendruckkontrollsystem bei der Verwendung von RunFlat-Reifen vorgeschrieben !! Dieses warnt und informiert den Fahrer über einen Druckverlust in einem Reifen.

Asymmetrische/Symmetrische Reifen?

 

Asymmetrische Reifen zeichnen sich durch eine Profilanordnung aus, die an der linken und rechten Reifenseite anders ist.
Symmetrische Reifen haben dagegen auf der linken und rechten Seite eines Reifens die gleiche Profilanordnung.
Asymmetrische Reifen haben oftmals, gegenüber symmetrischen Reifen, verbesserte Seitenführungskräfte (Kurvenstabilität) und verfügen über optimale Fahreigenschaften beim Geradeauslauf.

Montage asymmetrischer Reifen
Ein asymmetrischer Reifen ist nicht Laufrichtungs-, sondern Seitengebunden.
Nur die Innenseite bzw. Außenseite ist bei der Reifenmontage auf der Felge ist zu beachten.
Jeder asymmetrische Reifen besitzt eine Kennzeichnung auf der Reifenflanke (Outside und Inside). Nach Montage des Reifens auf die Felge muss von „außen“ die Kennzeichnung „Outside“ zu lesen sein, dann ist der Reifen richtig herum aufgezogen.

Montage symmetrischer Reifen
Ein symmetrischer Reifen ist meistens Laufrichtungsgebunden.
Dieser hat auf der Seitenflanke einen Rotationspfeil, der nach Montage des Reifens am Fahrzeug in Fahrtrichtung zeigen muss, dann ist der Reifen richtig herum aufgezogen.

Linke oder Rechte Fahrzeugseite?
Es gibt (bis auf wenige Ausnahmen, -diese sind dann aber auch entsprechend gekennzeichnet) keine speziellen Reifen für die linke oder rechte Fahrzeugseite.
Ein Reifen kann links oder rechts montiert werden – der Reifenmonteur muss darauf achten (wie oben beschrieben), dass der Reifen „richtig herum“ montiert wurde (Laufrichtung oder Inside/Outside-Kennung muss stimmen).

Profiltiefe?



In Deutschland ist für Pkw-Reifen eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern gesetzlich vorgeschrieben.

Dennoch sollten Reifen nicht ganz bis zum vorgeschriebenen Grenzwert abgefahren werden.
Je weniger Profil der Reifen hat, umso schlechter sind Traktion und Bremsverhalten auf nasser Fahrbahn.
Bei winterlichen Bedingungen sollten Reifen mindestens 4 Millimeter Profil aufweisen, zumal dies für den Winterurlaub in den Nachbarländern Österreich und der Schweiz vorgeschrieben ist. Reifen mit weniger Profil zählen dort als Sommerreifen!
Fabrikneue Reifen können aufgrund ihrer produktionsbedingten glatten Oberfläche und von Fertigungsrückständen noch nicht die optimale Traktion aufbauen.
Aus diesem Grund raten die Reifenhersteller, bei den ersten 100 bis 300 Kilometern die Reifen nicht im Grenzbereich zu belasten, also starke Beschleunigung und hohe Geschwindigkeiten zu vermeiden.

Luftdruck?



Der Reifendruck ist entscheidend für die Verwendungsfähigkeit eines Reifens.
Er wird deshalb nach Hersteller-Vorgabe eingestellt und muss zum Erhalt der Funktionsfähigkeit regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls angepasst werden.
Der Reifendruck kann sich im Fahrbetrieb durch Erwärmung erhöhen.
Falscher Reifendruck führt zu vorzeitigem Verschleiß.
Deswegen kommen vermehrt Reifendruckkontrollsysteme in PKWs zum Einsatz und sind seit dem 1. November 2014 Pflicht für alle Neufahrzeuge in der EU.
Der Reifendruck wirkt sich zudem wesentlich auf das Fahrverhalten eines Fahrzeuges aus.
Es ist daher ratsam, sich immer an den Vorgaben des Fahrzeugherstellers zu orientieren.
Der Reifendruck wird in der Einheit Bar angegeben.
Seit ca. 2012 wird in Europa der Reifendruck am Fahrzeug in Kilopascal (kPa) angegeben. 100 kPa entsprechen 1 bar.
Die Reifendruckangaben der Fahrzeughersteller beziehen sich immer auf den „kalten“ Reifen.
In der Praxis kann ein PKW-Reifen nach ca. 10 km Fahrtstrecke mit gemäßigtem Tempo noch als „kalt“ betrachtet werden.
Wird der Reifendruck nach einer schnellen Autobahnfahrt geprüft, hat sich die Reifenfüllung (Luft oder Stickstoff) auf Grund der Erwärmung ausgedehnt und der Reifendruck steigt um ca. 0,3 bar.
Für die Füllung des Reifens kann entweder Luft oder Stickstoff verwendet werden.
Der Vorteil einer Stickstofffüllung ist bei PKW-Reifen jedoch „fraglich“.
Angeblich hält der Reifen den Druck besser als bei einer Luftfüllung. Für den gewöhnlichen Betrieb eines PKW-Reifens sind die Unterschiede jedoch wohl vernachlässigbar klein.
Die Stickstofffüllung des Reifens wird in der Regel durch eine farbige Ventilkappe angezeigt.
Eine Nachfüllung des Reifens mit Luft ist problemlos möglich, - Luft besteht zu ca. 78 Prozent aus Stickstoff.
Für die Betriebssicherheit eines PKW-Reifens ist nicht die Wahl des Füllgases (Luft oder Stickstoff) entscheidend, sondern die regelmäßige Kontrolle und Korrektur des Luft- bzw. Stickstoffdrucks.